Im Jahre 1930 erfolgten
die ersten Aufträge zur Beschaffung von Kleinlokomotiven der
Leistungsklasse II durch die Deutsche Reichsbahn (DRG). Man hatte
ein erhebliches Einsparungspotenzial erkannt, dass eine
Kleinlokomotive durch geringere Kosten für Betriebsstoffe,
Unterhalt und Personalaufwand gegenüber einer
Dampf-Rangierlokomotive aufweist. Zudem war eine Kleinlok durch
einen entsprechend unterwiesenen Rangierer zu bedienen. Die
Aufgabe für die Kleinloks war der leichte Rangierdienst in
Personen- und Güterbahnhöfen. Der schwere Dienst blieb aber weiterhin
den Dampflokomotiven vorbehalten.
Durch verschiedene Maschinenbaubetriebe in Deutschland wurden über
2000 Kleinloks der Leistungsklasse II gebaut. Die ersten
Einheits-kleinlokomotiven wurden 1933 in Dienst gestellt. Auf fast
jedem größeren Bahnhof fand sich häufig mindestens eine Kleinlok.
Unsere Lok wurde 1938 als Kö 4941 von der Deutschen Reichsbahn in
Dienst gestellt. Ihre erste Heimatdirektion wurde die
Reichsbahndirektion Oppeln in Oberschlesien, im heutigen Polen.
Sie „überlebte“ den 2. Weltkrieg und gelangte in den Westen
Deutschlands. Nach dem Krieg fand sie sich beim BW Offenburg
wieder. Spätere Beheimatungen waren in Osnabrück, in Rheine und
in Münster (Westf.).
1958 erhielt sie bei der Deutschen Bundesbahn im AW
Leverkusen-Opladen ein Voith-Turbogetriebe und wurde in Köf 4941
umgezeichnet. Mit Einführung der
computerlesbaren Loknummern erhielt sie die EDV-Betriebsnummer 323
024-0 zugeteilt. Am 7. November 1977 erfolgte die z-Stellung und
schließlich die Ausmusterung am 29. Dezember 1977. Damit endete
ihr Einsatz bei der Deutschen Bundesbahn. Ihr letztes Heimat-BW
war Münster (Westf.).
Anschließend übernahm die Kleinlok der Maschinenbaubetrieb Balcke-Dürr
AG in Neubeckum. Als Werklok 1 mit nun schwefelgelben Aufbauten
und schwarzem Rahmen stand sie hier bis Ende 2008 im Dienst.
Auffallende Veränderung waren die übergroßen Pufferteller an der
Rückseite der Lok, welche durch die engen Gleisradien auf dem
Werksgelände notwendig wurden. Nach Aufkündigung des
DB-Gleisanschlusses wurde die kleine Lok arbeitslos. Seit Herbst 2021 hat
das Unternehmen Balcke-Dürr die Fertigung in Neubeckum
eingestellt.
Im Februar 2009 gelangte die Lok mit der Spedition Schumacher in unserem Bestand
nach Lengerich. Wir können nun je eine Kleinlok in
der Vorkriegsausführung mit offenem Führerstand als auch als Neubaulok von 1960 (Köf 6642)
präsentieren. Im Sommer 2024 erhielt die
Lokomotive eine neue Hauptuntersuchung einschließlich Neulackierung mit
purpurroten Aufbauten und schwarzem Rahmen. Wir
haben uns dazu entschlossen, sie als Köf 12 der TWE zu beschriften
in Anlehnung an vergangene Zeiten bei der Privatbahn in Lengerich.
Sie ist
somit die dritte betriebsfähige Kleinlok in unserem Bestand und
wird der Nachwelt betriebsfähig erhalten bleiben. |